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Sekundarschule

22.11.2011

Pressemitteilung der Bürgergemeinschaft Erwitte zum Thema Sekundarschule

Wir als BG –Erwitte melden uns bewusst erst jetzt, nach der Elternbefragung, zum Thema Sekundarschule zu Wort. Wir sind davon überzeugt, dass die Bürgerinnen und Bürger mündig genug sind, den Fragebogen selbst auszufüllen, ohne dass Politiker(innen) oder Parteien im letzten Moment kluge Ratschläge erteilen müssten. Wir als BG haben zu einem sehr frühen Zeitpunkt die interkommunale Gründung einer Sekundarschule aus sachlichen Erwägungen heraus unterstützt. Die Fakten sind seit Monaten bekannt: Sowohl die beiden Hauptschulen als auch mittelfristig die Realschule haben für sich allein keine Bestandschance. Das Gymnasium hat z. Zt. hohe Anmeldungszahlen, allerdings zunehmend auch von Kindern, die keine eindeutige Gymnasialempfehlung der Grundschule haben. Eine Garantie zum erfolgreichen Abitur sind auch diese Gutachten nicht.  Die BG-Ratsmitglieder haben die vorgetragenen Argumente und Stellungnahmen auf dem Elterninformationsabend und die zahlreichen Leserbriefe sehr aufmerksam wahrgenommen und wir nehmen die Sorgen und Ängste der Eltern ernst. Mit einigen der Ängste wollen wir uns im Folgenden auseinandersetzen: 
1. Einige Eltern haben die Sorge, dass es zu einem Niveauverlust durch „Gleichmacherei“ kommen könnte. Die Leistungsstarken werden angeblich unterfordert und die Leistungsschwachen überfordert.  
Wir halten diese Sorge für unberechtigt, wenn es der Schule gelingt, die unterschiedlichen Schüler(innen) in ihren jeweiligen Begabungen zu fordern und in den Schwächen zu fördern. Schule ist immer so gut wie die Lehrer(innen) vor Ort.  Eine Sekundarschule oder eine Gesamtschule ist heute keine Gleichmacherwerkstatt oder eine leistungsfreie Kuschelecke der Alt-68er-Ideologen. Sie muss genauso wie die Schulen des dreigliedrigen Systems Leistung fordern und anstreben. Und das ist für die Lehrer in heterogenen Gruppen anspruchsvoller.  
2. Einige  Eltern hinterfragen die Sinnhaftigkeit des „längeren gemeinsamen Lernens“ in der Sekundarschule, während die Kinder am Gymnasium von Anfang an leistungsorientiert arbeiten. Sie befürchten das Abkoppeln von gymnasialen Standards in der Sekundarschule. 
Längeres gemeinsames Lernen bedeutet nicht Gleichmacherei oder Schaden für die Leistungsstarken, sondern eine Chance für  Diagnose und Korrekturen. Manche Kinder entwickeln sich oder es zeigen sich Fehleinschätzungen des Grundschulgutachtens, das in der Regel von einer Klassenlehrer(in) erstellt wurde. Deshalb hat die BG von Anfang an gefordert, dass sich das Gymnasium in einer Kooperation mit einbringt. Diese Kooperation ist für die Abschlussjahrgänge und den möglichen Übergang in Oberstufe konzeptionell vorgesehen. Nach unserer Überzeugung könnte man aber gerade im 5. Und 6.Schuljahr, trotz getrennter Systeme und Schulen, noch stärker kooperieren z.B. durch gemeinsame AGs; Absprachen von Hauslehrplänen, die sich in der Erprobungsstufe noch nicht so sehr unterscheiden; gemeinsame Eingangstests in Mathe oder Deutsch usw., damit Kinder weder über- noch unterfordert werden. Wir als Politiker wollen und können den Lehrerinnen und Lehrern in der Ausgestaltung des Konzeptes keine Vorschriften machen. 
3. Einige Eltern glauben, dass das vorgestellte Konzept noch nicht durchdacht ist, weil man offen lassen will, ob man ab der Jahrgangsstufe 7  „voll integrativ“, „teil-integrativ“ oder vielleicht sogar „kooperativ“ unterrichtet. Diese Eltern sehen ihre Kinder als mögliche  Versuchskaninchen. Die vermeintliche Schwäche ist eher eine Stärke, denn die Lehrerinnen und Lehrer haben bewusst auf eine vorzeitige Festlegung verzichtet, weil man sich an den Bedürfnissen der Schüler und Eltern orientieren will und nicht an ideologischen Vorgaben. Integrativer Unterricht wird nicht als Kampfbegriff eines fast vierzigjährigen politischen Grabenkampfes der Schulpolitik verstanden. Noch einmal- Schule ist immer so gut wie die Lehrer vor Ort. Die Kollegien in Erwitte und Anröchte haben sowohl  bisher im dreigliedrigen System als auch in der Konzeptplanung der möglichen Sekundarschule eine gute Arbeit geleistet. Die Qualität des Unterrichtes hängt nicht von dem Grad der Differenzierung ab.  
Zusammenfassend sind wir gespannt, welche Ergebnisse die Elternbefragung bringen wird. 

Homepage der BG Erwitte