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Mehr Transparenz bei Störfällen in der Zementindustrie

04.03.08 - Pressemitteilung der BG–Erwitte

Mehr Transparenz fordert die Bürgergemeinschaft Erwitte zu dem Hüttensandunfall im Zementwerk Gebr. Seibel am 17. Januar 2008, so Karl Dietz und Lothar Strauch. Erst nach Beschwerden aus der Bevölkerung bei der Stadt Erwitte wurde die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Aufsichtsbehörde eingeschaltet. Hier stellte sich heraus, dass beim Befüllen eines Silos mit Hüttensand ein Störfall eingetreten ist. Dazu muss man wissen, dass Hüttensand ein Abfallprodukt aus der Roheisen-Erzeugung des Hochofens ist. Die Hochofenschlacke wird fein vermahlen und als so genannter Hüttensand dem Zementdrehrohrofen zugeführt.  In diesem Hüttensand sind natürlich problematische Stoffe enthalten, die aber gerne von der Zementindustrie als Zuschlagstoff abgenommen werden.

Dieser „weiße Staub“, der natürlich nicht nur den Süden der Stadt Erwitte sondern auch den Südosten belegt hat, soll nach Angaben der Bezirksregierung keine gesundheitliche Gefahr für die Menschen bedeuten. Schäden an Autos, Terrassen, Wintergärten und Fensterscheiben können aber nur mit einem aggressiven Reiniger entfernt werden, der von der Fa. Gebr. Seibel  zur Verfügung gestellt wird. „Dieses verstehe wer will - wir nicht“,  so Lothar Strauch und Karl Dietz von der BG.

Es wurde von der Fa. Gebr. Seibel bei betroffenen Bürgern vor Ort, die sich gemeldet hatten, eine Probe des Staubes mit einem Tempotaschentuch genommen, mit dem Hinweis: Sollte die Analyse ergeben, dass es Hüttensand sei, würde Fa. Gebr. Seibel für den Schaden aufkommen. Nicht alle Geschädigten, wie uns schriftlich mitgeteilt wurde,  kamen in den „Genuss“ der Entschädigung.
Dass die Zementstaubbelästigung für die Bürger im Süden und insbesondere im Südosten der Stadt Erwitte  zugenommen hat, kann Karl Dietz bestätigen, der sich in den vergangenen Jahren mit der Abfallentsorgung in der Zementindustrie, insbesondere der Emission und Immissionen beschäftigt hat.  Durch viele besorgte Anrufe aus der Bevölkerung wird auf die zunehmend in letzter Zeit  ätzenden Eigenschaften des Zementstaubes hingewiesen.

Nun wurde von seitens der Aufsichtsbehörde argumentiert, dass die Anlagen an die Emissions-Fernüberwachung angeschlossen sind. Es sind aber nur die Hauptkamine angeschlossen. Alle anderen Emissionsquellen sowie diffuse Quellen werden nicht überwacht. Hier ist die Aufmerksamkeit der Bürger gefragt. Das Staatliche Umweltamt Lippstadt bedankt sich für jeden Hinweis. Sonst würde man es ja nicht mitbekommen.

Wir, die Bürgergemeinschaft Erwitte, fordern von der Zementindustrie mehr Transparenz bei Störfällen sowie eine bessere Aufklärung der Bevölkerung.


Homepage der BG Erwitte