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Gesamtschule

Pressemitteilung der BG – Erwitte zum Thema Gesamtschule in Lippstadt

03.05.2008

Das Thema „Gesamtschule in Lippstadt“ wird zur Zeit nicht nur in unserer größeren Nachbarstadt, sondern auch in Erwitte diskutiert. Die BG in Lippstadt hat sich unmissverständlich für die Errichtung einer Gesamtschule ausgesprochen, während die CDU und Bürgermeister Sommer keinen Bedarf sehen. Zur Zeit erleben die Gesamtschulen im Lande einen starken Zulauf, so dass an der zur Zeit einzigen Gesamtschule im Kreis, in der Stadt Soest, mehr als doppelt so viele Schüler angemeldet wurden als aufgenommen werden konnten. Das hat mehrere Gründe. Zum Profil einer Gesamtschule gehört erstens der Ganztagsbetrieb mit Mittagspause und Mahlzeit. Besonders für berufstätige Eltern und Alleinerziehende ist das sehr wichtig. Entscheidend ist aber zweitens, dass Kinder nach vier Grundschuljahren nicht per Gutachten in die Gymnasium-, Realschul- oder Hauptschul- Laufbahn gezwungen werden. In der Gesamtschule wird dem einzelnen Schüler mehr Zeit zur Entwicklung gelassen und es entscheidet sich später erst, welcher Schulabschluss für das Kind der richtige ist.

Natürlich haben die Grundschulgutachten eine Aussagekraft, die Eltern auch ernst nehmen sollten und die meisten Gutachten werden mit viel Sachverstand erhoben. Aber Kinder nach vier Grundschuljahren in verschiedene Schulformen zu sortieren, ist nach Ansicht namhafter Wissenschaftler schlicht  falsch. Die Statistik sagt, dass die Grundschulgutachten nur zu ca 50% zutreffen.  

Der UN–Menschenrechtsbeauftragte Vernor Munoz, der die Schullandschaft in Deutschland inspizierte, bescheinigte der deutschen Bildungspolitik, dass es oft zu einer Auslese der Kinder nach sozialer Herkunft komme, anstatt nach Leistung. Und auch in einer Wochenendausgabe des Patriot findet man in der Rubrik „Beruf und Bildung“ im April 2007 folgendes Zitat: „ Die strenge Gliederung in Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien hält auch Prof. Dr. Jürgen Oelkers (Uni Zürich) für überholt: Das ist in Europa ein Auslaufmodell. Die strikte Trennung nach vier Schuljahren gibt es nur noch in Deutschland und Österreich.“ Übrigens steuern da auch andere Bundesländer wie z.B. Schleswig Holstein um. Drittens erfahren die Gesamtschulen zur Zeit erhöhten Zulauf von Kindern mit Gymnasial –Empfehlung, weil Eltern ihre Kinder nicht dem Stress einer um ein Jahr verkürzten Schulzeit bis zum Abitur am Gymnasium aussetzen wollen. An den Gesamtschulen wird nach wie vor nach 13 Schuljahren das Abitur abgelegt. In der Politik wurde das Thema Gesamtschule in den letzten Jahrzehnten leider häufig ideologisch diskutiert. Da wurden Schlagworte, wie „Einheitsschule“ bemüht oder es wurde der Vorwurf erhoben, die Schulform sei „leistungsfeindlich“. Auf der anderen Seite versprachen die Gesamtschulbefürworter den Eltern das pädagogische Paradies, das jedem Kind gerecht wird und alle Probleme lösen könne. Mit Totschlagargumenten aus der Mottenkiste kommen wir nicht weiter. Nunmehr hat man den Eindruck, dass die politische Debatte endlich sachlich geführt werden kann. 

Wir sollten neue bildungspolitische Ansätze sorgfältig sachlich prüfen und auch in Erwitte dafür offen bleiben und z.B. bei der Planung des Schulzentrums bedenken und berücksichtigen. Falls die Gesamtschule in Lippstadt errichtet wird, kann man davon ausgehen, dass auch viele Erwitter Kinder dort angemeldet werden, wenn sie so gut geführt wird wie die Gesamtschule in Soest, die auch zunehmend von Schülern aus der Gemeinde Erwitte besucht wird. Im Rahmen der neuen kommunalen Zusammenarbeit der drei Gemeinden Erwitte, Geseke und Anröchte wäre doch auch bei uns ein Standort denkbar, oder? Wir als BG –Erwitte könnten uns eine Diskussion über einen Standort innerhalb der drei Partnergemeinden gut vorstellen. 

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