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Ein "Ja" für die Kinder

24.06.2008

Mit 17 Ja - und 15 Nein-Stimmen , votierte der  Rat der Stadt Erwitte für die  Realisierung des Projektes "Wohngruppe für Kinder"  der Jugendhilfe Olsberg. Geplant ist eine Einrichtung auf dem Gelände der ehemaligen Bäckerei Haake, für sieben Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren, die aus desolaten Familien kommen und Entwicklungsstörungen aufweisen.

Sie benötigen durch ihre Betreuer intensive Beziehungsangebote. Aus diesem Grunde ist in der Nähe eine Anlage zum heilpädagogischem Reiten mit zwei kindgerechten Pferden (Ponnys) notwendig. Brigitte Strauch, die für die BG im Schul- und Sozialausschuss tätig ist, betonte, dass eine derartige Einrichtung auch in Erwitte absolut notwendig ist, denn auch bei uns gibt es eine Zunahme der Verwahrlosung von Kindern und Familien, die ihre Kinder vernachlässigen. "Wir leben da nicht auf einer Insel."

Der geplante Eingriff in den Grüngürtel an der Schillerstraße sorgte indes im Vorfeld für Ablehnung seitens der Anwohner. In ersten Reaktionen wurden diese Einwände seitens der Verwaltung und auch von CDU Politikern als "völlig haltlos" bezeichnet. Der Grüngürtel wurde als "Gestrüpp" herabgewürdigt und man unterstellte den Anwohnern, dass sie eigentlich gegen die Einrichtung seien und alle Argumente "nur vorgeschoben sind". "Man kann nur für oder gegen die Kinder sein..."  hörte man von einigen Mitgliedern der CDU im Schul-und Sozialausschuss.

Demgegenüber polarisierte die SPD und später auch die FDP, die übrigens an der Besichtigung der Wohngruppe in Olsberg "aus Zeitgründen" nicht teilnahm, mit dem Argument, es habe "im Vorfeld keine systematische Standortsuche gegeben, wie z.B. ein leerstehender Bauernhof." Da wurden Horrorszenarien von kriminellen Kindern verbreitet oder von " sozialer Mitverantwortung für die Anlieger im Bereich Schillerstraße/ Lönsstraße..." gesprochen. Was ist eigentlich damit gemeint?

Die BG -Fraktion hat sich von Anfang an sachorientiert mit der Entscheidung auseinandergesetzt. BG -Fraktionsvorsitzender Lothar Strauch sprach im Rat von einer "Gewissensentscheidung jedes Ratsmitgliedes, die polemische Töne ausschließen muss... Die Beschäftigung mit dem Thema in den letzten zwei Wochen war sehr zeitaufwändig. Das war -weiß Gott - nicht vergnügungssteuerpflichtig und hat zu einer notwendigen Abwägung geführt.

Es wurden Gespräche mit den Anwohnern und der Verwaltung geführt, die BG-Fraktion nahm an der Besichtigung einer vergleichbaren Anlage in Olsberg teil und machte sich ein Bild über den Grüngürtel und die berechtigten Anliegen der Anwohner... Es geht im vorliegenden Antrag nicht um die Suche nach alternativen Standorten, die meist in Privatbesitz sind, sondern um die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens für den Antragsteller an diesem Standort. Die Alternative ist nicht unbedingt ein Alternativstandort in Erwitte, sondern wahrscheinlich ein Rückzug des Trägers und damit ein Verlust an sozialem Fortschritt für Erwitte."

Im Vorfeld hatte sich die BG-Fraktion dafür ausgesprochen, dass der Grüngürtel Bestand hat. In Gesprächen mit der Verwaltung bestand der BG- Fraktionsvorsitzende darauf, eine notwendige Neuaufforstung "Fläche gegen Fläche" vorzunehmen d.h. jeder Quadratmeter der abzuholzenden Fläche wird mit großen Pflanzen zusammenhängend und ortsnah neu aufgeforstet.  Dies wurde in den Beschlußvorschlag der Verwaltung so aufgenommen. Im Plan wird demnach mehr Fläche aufgeforstet als abgeholzt. Gleichzeitig machte die Verwaltung die Zusage die z.Zt. verpachteten Flächen (Schrebergärten) nicht mehr zu verpachten und dann in Grüngürtel umzuwandeln, wenn die Pächter aufgrund ihres Alters die Gärten aufgeben. Damit wird der sensible westliche Bereich des Grüngürtels zusätzlich gestärkt.

Mit Blick auf die SPD und FDP hätte sich Strauch gewünscht, dass diese beiden Fraktionen ihren Naturschutzgedanken auch schon an anderer Stelle geäußert hätten z.B. Baumsatzung oder Freiflächenproblematik vor den Zementwerken. Fazit: Wir glauben, dass wir mit dem Beschluss beiden Anliegen gerecht geworden sind, nämlich der notwendigen Einrichtung einer Wohngruppe für benachteiligte  Kinder, die übrigens keine Lobby haben, und der berechitgten Forderung der  Anwohner auf  Staubschutz und Erhalt des Grüngürtels. Wir werden genau darauf achten, dass der Plan so umgesetzt wird, wie  von der Verwaltung vorgelegt.

Homepage der BG Erwitte