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Fällaktion einer 80jährigen Blutbuche

Am 16.12.06 wurde in der Innenstadt von Erwitte durch  eine private Fällaktion - scheinbar ohne Grund - eine wertvolle Blutbuche gefällt. Die BG -Erwitte nahm das zum Anlass, eine Anfrage an die Stadtverwaltung zu verfassen. (Siehe unten)


BG – Fraktion im Rat der Stadt Erwitte
Fraktionsvorsitzender Lothar Strauch                                                   18.12.06

Anfrage an die Stadtverwaltung zur „Baumfällaktion“ einer gesunden Blutbuche am

XXXXweg

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

Bezüglich einer am 16.12.06 durchgeführten Fällung einer offensichtlich gesunden, cirka  80 jährigen Blutbuche auf dem Grundstück XXXX  ergeben sich für uns einige Fragen an die Stadtverwaltung.
Wie Ihnen bekannt sein dürfte, hatte die BG –Fraktion am 29.10.2004 einen Antrag an den Umwelt- und Verkehrsausschuss auf Einrichtung einer Baumsatzung gestellt, der mit großer Mehrheit von allen anderen Fraktionen abgelehnt wurde. Natürlich war uns klar, dass die Einrichtung einer Baumsatzung bei manchen Bürgern Ängste auslöst, nicht mehr „Herr auf dem eigenen Grundstück“ zu sein. Um den Bürgern diese Ängste zu nehmen, veröffentlichten wir im Vorfeld der Ausschussentscheidung vom 23.11.04 einen Presseartikel aus dem ich zitiere:
„Bäume sind Staubfänger*, Feuchtigkeitsspender und Sauerstofflieferanten. Die Gesamtfläche der Blätter einer Buche beträgt z.B. durchschnittlich 500 m2. Eine Baumsatzung, die viele Kommunen bereits haben (Siehe z.B. Stadt Bonn), schützt ausschließlich Laubbäume  mit einem größeren Umfang als 80 cm. Obstbäume und Nadelbäume fallen nicht unter die Baumschutzsatzung. Wenn ein Baum z.B. aufgrund eines Bauantrages von  Ausbaumaßnahmen o.ä. gefällt werden soll, kann das auch genehmigt werden, wenn es keine Alternativen gibt. Andererseits ist Erwitte  eine der baumärmsten Kommunen Deutschlands. Es kann doch nicht sein, dass Bäume nur gefällt werden, weil die Grundstückseigentümer oder deren Nachbarn z.B. das Laub nicht mehr wegfegen wollen !“
* auf die aktuelle Feinstaubproblematik in diesem Jahr (2006) weise ich in diesem Zusammenhang hin.
In diesem Artikel wird die  Problematik formuliert, die durch die aktuelle „Fällaktion“ erneut deutlich wird. In dem  Beschlussvorschlag der Verwaltung zum TOP 7 der Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses vom 23.11.04 wurde ausgeführt, dass „ der Erhalt wertvoller Bäume, Baumgruppen und Gehölze in der Stadt Erwitte über Festsetzungen in Bebauungsplänen sichergestellt werden kann und wird.“
Weiter heißt es :“ Erffahrungen der Verwaltung zeigen, dass die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger alte Bäume und Baumgruppen zu erhalten in den letzten Jahren zugenommen hat .“
Die BG –Erwitte richtet folgende Fragen an die Verwaltung:

1. War die o.a. Blutbuche, die umweltbiologisch als „wertvoll“ zu betrachten ist, in einem Bebauungsplan aufgenommen, um sie zu erhalten?
2. Hat die Stadtverwaltung irgendeine Handhabe gegen derartige Fällaktionen und ist in diesem Fall irgendetwas unternommen worden?
3. Ist beabsichtigt, das Thema in der nächsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses auf die Tagesordnung zu nehmen, um zu überlegen, wie man auch ohne Baumsatzung mit derartigem „Baumfrevel“ umgeht?

Mit freundlichen Grüssen

Lothar Strauch
BG-Fraktionsvorsitzender

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Die Antwort der Stadtverwaltung Erwitte vom 28.12.06

Betreff: AW: BG-Erwitte,  Anfrage an Herrn Hoffmann 
Absender Stadtverwaltung Erwitte
Datum: 28. Dec 2006 15:29
 

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Sehr geehrter Herr Strauch,
 
zu Ihren Fragen kann ich Ihnen folgendes mitteilen:
 
1.    War die o.a. Blutbuche, die umweltbiologisch als „wertvoll“ zu betrachten ist, in einem Bebauungsplan aufgenommen, um sie zu erhalten?
            Nach Rücksprache mit dem Aufgabenbereich 302 "Stadtplanung" ist der Erhalt des Baumes in dem entsprechenden Bebauungsplan nicht festgesetzt.   
 
2.    Hat die Stadtverwaltung irgendeine Handhabe gegen derartige Fällaktionen und ist in diesem Fall irgendetwas unternommen worden?
            Nein, es lag in der freien Entscheidung des Grundstückseigentümers bzw. des Baumbesitzers den Baum zu fällen.
 
3.    Ist beabsichtigt das Thema in der nächsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses auf die Tagesordnung zu nehmen, um zu überlegen, wie man auch ohne Baumsatzung mit    
       derartigem „Baumfrevel“ umgeht?
            Nein.
 
Stadt Erwitte                                                     
Der Bürgermeister
Mit freundlichem Gruß
i. A.
Hoffmann

Fachbereich 2 "Dienstleistungen"
Aufgabenbereich 202 "Ordnung, Umwelt"
Christian Hoffmann
Rathaus/Stadtverwaltung
Büro: Zimmer 109
Am Markt 13
59597 Erwitte

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Anmerkung: Vieleicht wäre es doch seinerzeit (2004) sinnvoll gewesen eine Baumsatzung zu erlassen.  Siehe Baumsatzung 2004

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